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<3 Judith heiratet <3 . #01 - 'Should we marry?' Der Antrag

Judith heiratet - Der Antrag

von Judith Drewke

Komm mit mir auf ‚Hochzeitsreise‘.

Aaawwww. Seit 6 Wochen ist klar: Ich werde heiraten.

Wie so ziemlich jeden stellt mich dieser Umstand vor einen Berg voll Glücksgefühlen, To-Dos, To-Donts, Herausforderungen, Vorfreude und vor allem: Liebe <3

Dies alles möchte ich teilen und halte meine Hochzeit samt Vorbereitung, Kleidersuche, Hochs/Tiefs, DEM Tag, den Flitterwochen und was es sonst noch so zu erzählen gibt, in dieser Blogserie fest.

Gleich vorneweg: Ich bin nicht die klassische Braut.

Ich bin zu wenig Mädchen, zu wenig pragmatisch und zu wenig Hollywood, um einem der 3 Braut-Typen zu entsprechen. Das habe ich schon gelernt. Denn ich habe einen Test in einem Hochzeitsratgeber gemacht. Und passe auf keinen Topf.

Sieh mich daher als Almost-not-mainstream-bride, die alles ein bisschen anders macht (so zumindest der Plan).

Vielleicht findest du ja Anregungen, Tipps oder vermeidbare Fehltritte, die dir bei deiner Hochzeitsplanung helfen. Oder du schmunzelst etwas über die Art und Weise, wie mein Freund und ich uns das Jawort geben. Wer weiß: Vielleicht rührt ja auch unsere Art zu Heiraten dein Herz.

Wie auch immer. Ich freue mich auf diese Blogserie – die erste unter dem neuen jas.-Blog-Hashtag ‚Private Sh*t‘. Und jetzt geht’s auch schon los.

‚Ihr heiraaaatet?!?! Wie war der Antrag???‘

So ungefähr reagierte jeder, dem wir in den vergangenen Wochen erzählten, dass wir uns nun endlich trauen. Endlich? Okay. Ich hole etwas aus.

Mein Freund und ich lernten uns vor 14 Jahren kennen. Damals war ich sweet 17 und er erwachsene 19 ; ) Gefunden haben wir uns in einem Internetchat (wir sind quasi das Parship-Couple der 2000er).

Er kam aus der Nähe von Stuttgart, ich lebte bei Dortmund und gemeinsam hangelten wir uns durch Fernbeziehung, Nahbeziehung, Studium, Praktika und Studentenstädte ins Erwachsenenleben.

Nun leben wir mit 2 Katzen und der süßesten Tochter im wunderbaren Mainz und – tja, sind irgendwie angekommen. Man kann also sagen: Wir sind füreinander die erste Liebe und das ‚endlich‘ ist irgendwie berechtigt.

Should we marry? Oder: wer fragt wen?

Ich spoilere mal. Nicht er fragte mich, sondern ich ihn.

What? Aber das geht doch nicht. Der Mann muss doch auf die Knie gehen. Sich von Klippen stürzen und beim Fallen fragen. Oder zumindest mal beim Robbie-Williams-Konzert die Bühne stürmen.

Ich sagte ja – ich bin nicht die klassische Braut.

Aber ich gebe zu, ich rang lange mit mir, ob ich ihm einen Antrag machen soll oder doch lieber warte. Dann half mir unsere Liebesgeschichte auf die Sprünge.

Denn am 15. Juni hatten wir Jahrestag und rund eine Woche vorher traf es mich wie ein Blitz: Warum wartest du eigentlich? Du willst ihn heiraten – frag doch einfach.

Ein bisschen haderte ich noch immer und überlegte hin und her, wie wichtig mir ein Antrag von ihm wäre. Doch mein Entschluss blieb – und die Einsicht, dass gesellschaftliche Konventionen nur allzu oft überholt sind und unser Handeln blockieren.

Nur zwei Bedenken schlichen sich ein: Wie würde er es finden, wenn ich die Initiative ergriff? Und wäre es nicht möglich, dass auch er mich an unserem Jahrestag fragte?

Bis zum Tag der Tage hatte ich noch ein bisschen was zutun. Suchte Ringe aus, überlegte was ich sagen möchte und wo wohl der richtige Ort wäre. Ringe und Text hatte ich recht schnell beieinander – bei der Frage des Ortes blieb ich mir treu. Ich dachte mir gelassen: Lass den Tag einfach kommen, du wirst schon merken, wann der richtige Zeitpunkt ist.

Und dann war der Tag auch schon da.

Wir entschieden uns, den Tag mit unserer kleinen Tochter im Zoo zu verbringen. Also, auf ging’s – an einem Feiertag, bei schönem Wetter. Nein, wir waren nicht allein im Zoo.

So war mir schnell klar: Okay, das hier ist nicht der richtige Ort.

Nach dem Zoo war vor dem Essen und ich muss gestehen, ich wurde nervös. Wo würden wir hin gehen? Wäre es dort ruhig oder trubelig? Vielleicht hätte ich mir doch einen besseren Plan zurecht legen sollen?!

Wir suchten uns einen schönen Platz in einem unserer Favorite-Restaurants in Mainz und ich merkte wiederum: Hier ist es mir zu voll. Das fühlt sich nicht richtig an.

Von kalten Füßen möchte ich nun nicht anfangen, aber die Uhr tickte unüberhörbar. Und in meiner Wahrnehmung muss er gemerkt haben: Irgendwas ist doch mit ihr? So ist die doch nicht immer? Zum Glück half mir meine Tochter über die ein oder andere Gefühlsschwankung hinweg.

Und dann hatte ich die rettende Idee: Ein Spaziergang am Rhein. Da wird es den richtigen Platz geben, dann fühlt es sich gut an. So überredete ich meinen Freund noch ein paar Schritte zu gehen – und ich schärfte meiner gut einjährigen Tochter ein, dass Mama und Papa gleich kurz Ruhe bräuchten. ; )

Der Ort kam, die Bank stand da und ich hörte mich sagen: ‚Ich habe auch noch etwas für dich. Sollen wir uns kurz setzen?‘ Mein Freund hob unsere Tochter aus dem Wagen, wir setzten uns und ich kramte in meiner Tasche.

Endlich fand ich den kleinen Brief und las die Worte, die ich mir so wohl überlegt hatte.

Von einer Liebe, die ohne ein Sehen begann. Die durch viele Höhen und – zum Glück – wenige Tiefs ging. Die ein wunderbares Kind hervorbrachte. Und die sicherlich auch ohne Trauschein bestehen bliebe. Aber: So eine Liebe, die sollte man feiern. Jeden Tag – und an einem ganz besonders.

Ich sprach davon – nach einem rauschenden Fest – gemeinsam mit ihm, unserer Tochter und dem ein oder anderen Geschwisterchen ‚einfach leben zu wollen – egal wohin‘. Und endete, wie es sich für einen klassischen Antrag gehört, mit den Worten: ‚Should we marry?‘

Und er, was hat er gesagt?

Das Schweigen von ihm dauerte ca. 1 Millisekunde. Dann sagte er mit einem doch ziemlich breiten Lächeln im Gesicht: ‚Ja, klar‘ und ich wusste, ich hab alles Richtig gemacht.

Um abschließend noch drängende Fragen zu beantworten:

  1. Unsere Tochter war natürlich nicht ruhig, wie vereinbart, sondern hat den Antrag durch ihre verschmitzte Art nur noch besonderer gemacht. ; )
  2. Von ihm hätte es an dem Tag keinen Ring für mich gegeben – aber auch sein Antrag war fast startklar.
  3. Er fand meine Initiative wunderbar – und rechnete schon mit einem Antrag, als ich noch nicht mal die Idee hatte. (Good Guy, du kennst mich!)
  4. Es wurden Tränen vergoßen – von der Antragsstellerin. : )
  5. Die ausgesuchten Ringe passen – yay.
  6. Ich würde es jederzeit wieder machen. Manche Konvention muss man einfach brechen.

Aiiiii, nun geht sie also los, unsere Hochzeitsreise.

Bis zum nächsten Post,

<3

Judith

 

4 Gedanken zu „<3 Judith heiratet <3 . #01 - 'Should we marry?' Der Antrag

  1. Liebe Judith, jetzt hast du es geschafft, so ein wunderbarer Bericht.
    Ich habe tatsächlich Tränen in die Augen bekommen. Ich freue mich so sehr für dich, Jochen und für unsere zauberhafte kleine Frida.

  2. Oh, wie romantisch. Das hat mich sehr berührt. Immer wieder toll, wenn zwei Menschen sich finden und sich füreinander entscheiden. Da bleibt ein bisschen die Welt stehen.

    Ich fühlte mich damals, als ich geheiratet habe, auch nicht als „normale Braut“ und finde den übertriebenen Braut-Kult noch heute nervig. Also lass dich nicht beirren, es ist Deine Hochzeit, ähm, eure. Irgendwann schaffe ich es vielleicht auch über den Rhein und komme mal bei Jas Fashion vorbei.

    Bis dahin, viele Grüße
    Bärbel aka Farbenfreundin

  3. Liebe Judith, toller Blog! Das bist wirklich du! Sehr authentisch! Ich bin sehr stolz auf dich und freue mich sehr auf die Hochzeit, auf die Zeit davor und danach und darauf, euch ein bisschen begleiten zu können. Deine Mama

  4. Auch ich habe Tränen in Augen und freue mich immernoch soooooo doll 😘 Alles richtig gemacht, Schwesterherz.

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