Preise

Über Geld spricht man nicht? Wir schon.

Wir haben lang überlegt, ob wir die Kalkulation unserer Preise offen legen. Doch eigentlich ist die Entscheidung ganz einfach: Wir haben nichts zu verbergen, so let’s talk about money.

Kleine Beispiel-Kalkulation – unser Männer-TShirt aus Sweat

Für die Produktion des Shirts brauchen wir natürlich Stoff – genauer gesagt Bio-Baumwoll-Sweat. Dieser kostet uns netto 9.00 EUR/Meter und wir benötigen 1,05 m. Also fließen 9.45 EUR in die Kalkulation ein.

Nun zum Garn. Hier kostet ein Meter 0.003 EUR netto und wir benötigen für das Männer-Sweat-Tshirt ca. 110,6 m. Das Garn schlägt also mit 0.36 EUR in die Kalkulation auf. Unsere Materialkosten betragen ca. 9.81 EUR.

Für die Fertigung eines Teils kommen noch einmal 17.90 EUR hinzu.

Das macht einen Betrag von 27.71 EUR rein an Produktionskosten. Um auch unsere anderen Kosten decken zu können, schlagen wir auf diese Kosten 14% auf – was bei unserem Beispiel 3.88 EUR entspricht.

So decken wir unsere Kosten – doch was ist mit dem Gewinn?

Momentan schlagen wir auf unsere Kosten 10% hin zu unserem Einkaufspreis auf. Das ist der Preis, zu dem andere Stores und Händler unsere Kleidung kaufen können.

Von diesem Einkaufspreis hin zum Verkaufspreis – also dem Preis, den du für unser Teil zahlst – kommen noch einmal 160% hinzu. Dies ist die Marge, die andere Stores und Händler verdienen, wenn sie ein Teil von uns an dich verkaufen. Es deckt ihre Kosten. Auch wenn du unsere Kleidung bei uns kaufst, bildet dieser Preis den Endpreis ab.

Im konkreten Fall unseres Shirts heißt das, dass es 34.75 EUR/netto im Einkauf und 90.34 EUR/netto im Verkauf kostet. Hinzu kommen 19% Mehrwertsteuer und wir landen beim Endpreis von 108.00 EUR für dich.

Auf einen Blick setzt sich der Preis bei uns so zusammen:

Preise

Ist das nicht unfair? Was macht ihr denn mit so viel Gewinn?

Ein Grund für diese Marge ist, dass wir die Marke jas. slow fashion weiterentwickeln. Das bedeutet, dass Marketingaktionen, die Erstellung neuer Schnitte und andere Maßnahmen zum Unternehmensaufbau, durch einen Teil des Gewinns gedeckelt werden.

Ein zweiter Grund ist, dass auch Saskia und Judith – die Gründerinnen von jas. – einen Lohn erhalten. Dieser Lohn ist auch abhängig vom Gewinn. Natürlich ist der Gewinn nicht gleich dem Lohn der beiden – aber einen Teil zahlen sie sich aus. Wenn du jetzt denkst, dann machen die doch voll den Schnitt. Nee, nicht wirklich. Denn genau wie ein Gewinn zur Auszahlung führt, führt kein oder wenig Gewinn zum Ausbleiben oder zu einer kleinen Ausschüttung.

Es gibt aber auch noch einen ganz anderen Grund für diesen Aufschlag: In der Textilindustrie ist es gängig, dass Händler ca. 50-60% an einem Teil verdienen. Um daher auch in anderen Stores gelistet zu werden und diesen einen fairen Preis zu zahlen, sind wir auf einen Aufschlag von 160% angewiesen.

Und wie machen es die anderen?

Schaust du dir im Vergleich die Kalkulation eines herkömmlichen Marken-Tshirts für 29,- EUR an, fällt auf: Die meisten Kosten gehen für Margen der Handelsagenturen, Marken und des Einzelhandels drauf.

Hinzu kommen Materialkosten und Transportkosten – da das Shirt erstmal eine lange Flugreise hinter sich bringen muss, um im Einzelhandel zu landen.

Minimal hingegen sind die Fertigungskosten. Wo jas. gut 16.6% kalkuliert, kalkulieren andere Labels mit 0.6%.

Kostenkalkulation bei anderen Herstellern
Kostenkalkulation eines Markenshirts für 29,- EURO

Uns ist es wichtig, dass du weißt, wofür du bei jas. dein Geld ausgibst. Wenn du weitere Fragen oder Anregungen zu unserer Preisgestaltung hast, schreibe uns gern an post(a)jas-slowfashion.de.

 

1 Quelle der Zahlen, auf die die Grafik beruht: https://www.fairtrade-deutschland.de/fileadmin/DE/mediathek/pdf/fairtrade_unterrichtseinheit_baumwolle_textilien.pdf)